Vladimir Ovchinnikov (1941 -)

Ovchinnikov wurde am 4. Oktober 1941 in Schiutchie Ozero Station in der Region von Perm geboren, von wo seine Familie während des II. Weltkrieges evakuiert wurde. Diese kehrte 1945 nach Leningrad/St. Petersburg zurück, wo Ovchinnikov seither lebt und arbeitet. 1961-63 arbeitete er am Kirovsky (jetzt Mariinsky) Theater unter der Leitung von K.B. Kustodiev. 1963-64 arbeitete er am Staatlichen Hermitage Museum wo er zusammen mit Mikhail Shemyakin, Vladimir Ufliand, Valery Kravchenko und Oleg Liagachev an der Ausstellung der Arbeiter der Hermitage teilnahm.

Obwohl Ovchinnikov keine klassische Ausbildung an staatlichen Kunstschulen erhielt, wurde dieser Künstler sowohl im In- wie auch im Ausland berühmt. Er ist Mitglied und derzeit stellvertretender Vorsitzender der St. Petersburger Sektion der Internationalen Künstlervereinigung.

Vladimir Ovchinnikov geniesst einen sehr hohen Bekanntheitsgrad. Die Resonanz auf und der Erfolg beim Verkauf seiner Werke an den Auktionen zeitgenössischer Kunst von Sotheby's beeindruckt. Ovchinnikov ist einer der führenden, international anerkannten Künstler der russischen Nonkonformisten und es ist ein Privileg, seine Werke zeigen und anbieten zu können.

Seine Werke unterscheiden sich deutlich von allen anderen Künstlern dieser Gruppe. So verwendet er immer Gold, was für einen russischen Künstler äusserst unüblich ist. Das Miteinbeziehen von Gold reflektiert die traditionelle Ikonographie und repräsentiert die russisch-orthodoxe Kirche. Der Bildbetrachter stellt sich somit automatisch die Frage, worin die versteckte Botschaft besteht. Dies ist ein vom Künstler gewollter Effekt.

In der Auseinandersetzung und Kontemplation mit dem Unbekannten bedient sich Ovchinnikov gerne alter Mythen und Themen aus der Bibel, was den Betrachter dazu anregt, sich mit der entsprechenden Botschaft auseinanderzusetzen. Er ersetzt dabei die Originalcharaktere der Gleichnisse mit eigenen, teils extrem närrischen oder narzisstischen Figuren. Diese Personen haben keine weitere Bedeutung, weder mythologisch noch in Bezug auf die Realität. Das Subjekt der Person bleibt fremdartig und destruktiv, steht in keinem Zusammenhang zur Positionierung durch den Künstler. Diese Bilder geben uns ein feines Beispiel für die künstlerische Interpretation der Absurdität.

Ovchinnikov's persönliches Engagement anlässlich der 1964 durchgeführten Ausstellung für Nonkonformisten in der Hermitage lässt ihn deshalb so stark in Erinnerung bleiben, weil er als Hauptexponent der Künstler gilt, die sich dem Druck des totalitären Regimes sich unterzuordnen widersetzten. Die damalige selbst benannte Ausstellung ‚Ausstellung der arbeitenden Künstler des Wirtschaftsteils der Hermitage: Hin zum 200. Jahrestag der Hermitage' wurde von den Behörden geschlossen, nicht ohne gleichzeitig grosse Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf sich zu ziehen.

Dank seiner ausserordentlichen Unterstützung und Zuwendung anderer aufrührerischer Künstler dieser Zeit blieb ihm die Anerkennung auch der jungen Generation sicher. Aufbauend auf diesen Vorkommnissen konnten sie ihren eigenen Stil entwickeln. Es entstand die Bewegung der metaphysischen Synthese. Deren Grundsatzerklärung wurde 1967 von der St. Petersburger Gruppe, der auch Shemyakin, Liagatchev und Ivanov angehörten, definiert und festgehalten

Preise und Ehrungen

2008 am 4. OktoberSilbermedaille der Russischen Akademie der schönen Künste
2005 Ehrenkünstler der Russischen Föderation

Einzelausstellungen

2012 Erarta Galleries, Zurich, Switzerland
2011 Erarta Galleries London, London, UK.
2011 Erarta Museum and Gallery of Contemporary Art, St. Petersburg, Russia.
2004 Mimi Ferzt Gallery, New York City, NY, USA.
2003 Hay Hill Gallery, London, UK.
2003 Galerie Na Obvodnom, St. Petersburg, Russland.
2001 Verein kreativer Künstler Russlands, St. Petersburg, Russland.
2000 Museum der Modernen Kunst in Moskau, Moskau, Russland.
1999 Svetlana Eberhard Galerie, Köln, Deutschland.
1998 Kunstmuseum Tartu, Estland.
1996 Staatliches Museum Hermitage, St. Petersburg, Russland.
1992 Zentrale Ausstellungshalle Manège, St. Petersburg, Russland.
1992 Galerie Marie-Therese Cauchin, Paris, Frankreich.
1989 The Edward Nakhamkin Gallery, New York, USA.
1986 Museum of Unofficial Soviet Art in Jersey City, USA.

Sammlungen

Metropolitan Museum of Modern Art, New York City, NY, USA;
Soviet Unofficial Art Museum, Jersey City, NJ, USA;
Jane Voorhees Zimmerli Art Museum, New Brunswick, NJ, USA;
Rutgers Museum, New Jersey, USA;
Erarta, Museum und Galerien für zeitgenössische Kunst, St. Petersburg, Russland;
Kunstzentrum Diagilev, St.Petersburg, Russland;
Staatliches Museum Hermitage, St. Petersburg, Russland;
Staatlich Russisches Museum, St. Petersburg, Russland;
Staatsgalerie Tretyakov, Moskau, Russland;
Fedor Dostojevsky Memorial Museum, St. Petersburg, Russland;
Staatliches Museum der Stadtgeschichte, St. Petersburg, Russland;
Museum der modernen Kunst Moskau, Moskau, Russland;
Kunstmuseum Beijing, China;
Kunstmuseum Tartu, Estland;
Verein kreativer Künstler Russland, AOK-Galerie, Düsseldorf, Deutschland;
Galerie Marie-Therese Cauchin, Paris, France.

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